(nicht)unser Kaffee.

sondern ihrer:

GRACE NKALUBO

- Hope Coffee, Rakai - Uganda

Kaffee wird von vielen gemacht. Aber von wenigen repräsentiert.

– Das wollen wir ändern. Sei Teil der Lösung!

  • Du kennst den Namen deines Lieblings-Cafés. Kennst du den der Farmerin?

    – Wer repräsentiert deinen Kaffee? Meistens nicht die, die ihn anbauen.

  • Die Rösterei hat eine Geschichte. Die Farmerin auch. Nur steht die nicht auf der Packung.

    – Bei uns schon.

  • Latte Art Lob für guten Kaffee bekommt die Barista. Verantwortlich für die Qualität ist der Farmer.

    – Gib der Barista trotzdem gutes Trinkgeld ;)

Kaffee wächst nicht hier. Und egal wie sorgfältig wir ihn rösten und veredeln - er bleibt nicht unser Produkt.

Es fehlt etwas im Specialty-Coffee Diskurs: Repräsentation. Zu oft wird über Röstung, Varietät und Geschmack gesprochen - zu selten über die Menschen, die den größten Anteil daran haben.

Westliche Labels sind laut. Die Herkunft oft nicht.

» Kaffee & Schokolade aus Uganda sind auf dem langen Weg zu dir. Verkaufsstart: Juni 2026 «

Sie ernten nicht unseren Kaffee. Sondern wir sind Teil ihres Kaffees:

OLIVER'S ESPRESSO
ab 13,00 €

Das ist (nicht)unser Kaffee — sondern der von Oliver Kishero.

100% Washed Arabica
Noten: Haselnuss, Milchschokolade, Orange, Hagebutte, voller Körper 
Medium Roast: Espresso, für Siebträger-Fans

Oliver (gesprochen Olivia) Kisheros Farm liegt in Buginanya in der hochgelegenen Mount-Elgon-Region — auf 2.040 Metern Höhe. Mit Witz, Unternehmergeist und einer tiefen Überzeugung von ihrem Kaffee ist Oliver nicht nur eine stolze Farmerin: Wer in der Mbale-Region über Women in Coffee spricht, der hört mit Sicherheit ihren Namen.

In jungen Jahren war sie Vorstandsmitglied einer Kooperative — und wurde früh geprägt davon, wie wichtig Repräsentation für Farmerinnen ist, und was passiert, wenn sie fehlt. Sie betont wie keine andere, die wir kennen: Es sind Frauen, die die meiste Arbeit machen auf den Kaffeefarmen. Frauen, die sich abrackern. Aber fast immer Männer, die die Farmen besitzen und den Gewinn verwalten. Das will sie ändern. Nach dem Prinzip, das sie regelmäßig zitiert: „If you educate a woman, you educate the whole nation." Seit Jahrzehnten organisiert sie daher Trainings für Frauen aus der Region zu Kaffeeanbau und finanzieller Selbstbestimmung — und baut gerade eine Kooperative auf, die ihre Mitglieder durch Mikrokredite, Maschinen und gemeinsamen Verkauf unterstützt, um neue Märkte zu erschließen.

Bei unserem letzten Besuch haben wir sie gefragt: Was müssen Kaffeetrinkerinnen über deinen Kaffee wissen? Ihre Antwort:

„The coffee they are drinking is from women and is well looked after — specialty coffee. But the women who produce this coffee, they are not drinking their coffee themselves. Because they don't have the machines for processing. They need their own equipment."

Und dann, schelmisch: „So tell the people in Germany they should drink more coffee. So you can buy not just mine, but theirs too. So these women can invest."

HOPE ESPRESSO
ab 10,00 €

Das ist (nicht)unser Kaffee — sondern der von Grace und Mike.

... und von über 5.000 weiteren Farmerinnen und Farmern, die Teil des Hope-Coffee-Netzwerks in Rakai und Kyotera im Süden Ugandas sind.

100% NATURAL ROBUSTA
Geschmacksprofil: Erdig, kräftig, nussig. 
Für kräftigen Espresso, Vollautomaten und Bialetti-Freunde. 

Hope Coffee ist ein Projekt der 2009 gegründeten NGO Celebrate Hope Ministries — und versteht Kaffee als Werkzeug für echten, langfristigen Wandel. Der Ansatz: nicht Charity, sondern Befähigung und Unterstützung, die unabhängig macht: information is power and so is access.

Das Projekt arbeitet auf zwei Wegen: Familien in schwierigen Verhältnissen erhalten zu Beginn rund 300 Kaffeesetzlinge und werden sechs bis acht Jahre finanziell und ideell begleitet — bis sie eigenständig vom Kaffeeanbau leben können. Dann scheiden sie aus dem Programm aus. Parallel dazu unterstützt Hope bestehende Farmerinnen und Farmer durch Trainings und regelmäßige Besuche auf ihren Farmen.

Kern ist dabei holistisches Denken und der Fokus auf die Veredelung, damit mehr Geld bei den Farmerinnen und Farmern bleibt: Statt die Kaffeekirschen für wenig Geld an Zwischenhändler zu verkaufen, bringen Farmer ihren getrockneten Kaffee auf den Campus von Hope — und können dort gegen eine kleine Gebühr ihre Ernte selbst entpulpen und sortieren. Den fertigen Kaffee können sie zum tagesaktuellen Marktpreis an Hope verkaufen — oder nehmen ihn mit und verkaufen ihn anderswo, falls sie dort mehr erzielen. Hope kauft immer ab, auch bei Qualitätsproblemen — dann mit Abstrichen und dem gemeinsamen Ziel, die nächste Ernte zu verbessern. Keine Farmerin, kein Farmer bleibt auf ihrer/seiner Ernte sitzen — und bleibt dabei vollständig unabhängig.

Ergänzt wird das durch die Celebrate Hope SACCO — eine eigens gegründete Community Bank. Farmerinnen und Farmer können dort Konten eröffnen, sparen und vergünstigte Kredite aufnehmen. Ziel ist finanzielle Bildung und echte wirtschaftliche Selbstständigkeit — besonders für Frauen.

Der holistische Ansatz zeigt sich auch im Kleinen: In den Trainings werden Frauen und Männer aktiv befähigt, eigenständig in der Kaffee-Wertschöpfungskette aufzutreten — und Männer wie Väter angehalten, ihren Töchtern Ressourcen, Entscheidungsmacht und im besten Fall Land zu übergeben. Auf den Farmen selbst wird geforscht: Macadamia-Anbau, Bienenhaltung und Wasserretention steigern die Biodiversität und schaffen zusätzliche Einkommensquellen.

Was uns bei unserem Besuch vor Ort am meisten beeindruckt hat: Dieser Ansatz baut keine Abhängigkeit auf. Der Fokus liegt darauf, Ressourcen und Wissen zu teilen — die Entscheidungsmacht bleibt immer bei den Farmerinnen und Farmern selbst.

FREDERIK'S FILTER
ab 15,00 €

Das ist (nicht)unser Kaffee — sondern der von Frederik Kishero.

100% NATURAL ANAEROBIC ARABICA
Geschmacksprofil: schokolierte Himbeere, Minze, Aprikose
Ein feiner, fruchtiger Filter-Kaffee. 

Latitude Craft Chocolate - Dark Milk 49%
5,00 €

Bean-To-Bar Schokolade. 100% Made in Uganda. Mit 49% Kakao.

Zutaten: Rohrzucker, Kakaobohnen, Kakaobutter, Vollmilchpulver
Kann Spuren von Nüssen, Erdnüssen, Soja, Milch, Ei und Weizen enthalten.

(nicht)unsere Schokolade. Made in Africa. Und warum das zählt.

Die meiste Schokolade, die wir kennen, entsteht weit weg von den Menschen, die den Kakao angebaut haben. Kakao wird geerntet in Uganda, Ghana, der Elfenbeinküste - und dann nach Europa verschifft, wo er geröstet, verarbeitet und verpackt wird. Die Wertschöpfung, die Anerkennung und das Geld bleibt hier: Pro Euro, den wir für eine handelsübliche Tafel Schokolade bezahlen, kommen gerade mal 6 Cent bei den Bäuerinnen und Bauern an. Das ist kein Versehen, das ist Marktmacht. Sechs Konzerne – Mars, Nestlé, Ferrero, Mondelez, Hershey's und Lindt & Sprüngli – verarbeiten zusammen über 40 % des weltweit produzierten Kakaos zu Schokolade. Beim Rohkakao und Halbfabrikaten ist die Konzentration noch extremer: Die acht größten Kakaoverarbeiter kontrollieren fast 90 % des Marktes – Barry Callebaut allein, mit Hauptsitz in Zürich, fast 30 %. Die (afrikanischen) Kakaobäuerinnen produzieren den eigentlichen Kern der Schokolade. In Europa wird er veredelt, verpackt und vermarktet – und plötzlich heißt das Ergebnis „Schweizer Schokolade“. Herkunft wird nicht benannt, sondern umetikettiert.

Diese Tafel hier funktioniert anders.

Sie wurde von der Kakaobohne bis zur fertig verpackten Tafel in Uganda hergestellt – von Latitude Craft Chocolate, einer kleinen Schokoladenfabrik in Kampala. Bean to Bar, direkt an der Quelle. Der Kakao für diese Schokolade kommt aus einem Netzwerk von über 5.000 ugandischen Kleinbäuerinnen und -bauern, die bio-zertifizierten Kakao in den nährstoffreichen Böden Westugandas anbauen. Latitude kauft den Kakao direkt auf der Farm, zahlt bar – und das zu einem Preis, der mehr als 50 % über dem üblichen Marktpreis in Ghana und der Côte d'Ivoire liegt. Dazu kommen Agronomie-Trainings, Versicherungen und Zugang zu Mikrokrediten. Über die Hälfte der Vertragsbäuerinnen und -bauern sind Frauen. Das ist endlich mal kein Greenwashing. Sondern ein anderes Modell.

Warum Bean to Bar in Uganda nicht dasselbe ist wie Fair Trade aus Europa

Solange Kakao als Rohstoff exportiert und in Europa verarbeitet wird, bleibt die Wertschöpfung in Europa. Fair-Trade-Zertifikate sind ein wichtiger Schritt – aber sie ändern nichts daran, wer röst, conchiert, verpackt und damit verdient. Erst wenn die Verarbeitung im Anbauland selbst stattfindet, entsteht dort auch ein lokaler Markt: Arbeitsplätze, Knowhow, wirtschaftliche Unabhängigkeit. Latitude ist genau das – eine ugandische Schokoladenfabrik, die ugandischen Kakao zu ugandischer Schokolade macht.

Warum wir diese Schokolade verkaufen

(nicht)unser Kaffee und (nicht)unsere Schokolade: Der Kaffee, den wir anbieten, kommt nicht von uns. Die Anerkennung gehört den Menschen, die ihn produzieren. Und der Markt muss sich endlich ändern. Beim Kakao gilt dasselbe. Wir sind seit 2024 mit Latitude in Kontakt und sehen in ihnen Partner, die wie wir glauben: Der globale Kakaomarkt ist strukturell ungerecht – und Handel kann ein Werkzeug sein, das dagegen wirkt. Nicht perfekt. Aber konkret

(nicht)unser Kaffee. Aber unsere Verantwortung.

Wir hören zu. Schreib uns.